Tagungsbericht 2026
76. Jahrestagung „Rhein-Main / Rhein-Neckar“ vom 31. Juli bis 5. August 2026: 70 Jahre VDVA – ein heißes Jubiläum
Noch hatte der Morgen angenehm milde Temperaturen, als sich die Teilnehmer der diesjährigen Tagung an der Haltestelle Mannheimer Straße am Südausgang des Frankfurter Hauptbahnhofs trafen, um mit Tw 112 die erste Fahrt durch die Stadt anzutreten. Unser Mitglied Frank Nagel, langjähriger Vorsitzender der HSF, steuerte uns durch die Stadt, während sein Kollege Rudi uns mit Informationen zum Sehenswerten entlang der Strecke versorgte. Mittags tauschten wir das Fahrzeug im Btf. Gutleut auf den O-Wagen 111, um wiederum mit gut ausgewählten Fotohalten das leider gesperrte Museum in Schwanheim zu erreichen. In der gegenüber liegenden Fahrzeughalle standen die Türen aber weit offen, und wir konnten die dort hinterstellten Fahrzeuge besichtigen. Dann ging es zum Depot Eckenheim, wo die erste Jubiläumsfeier mit einem sehr leckeren kalten Buffet und der Vorstellung des Buchs von Axel Reuther „Straßenbahnen in den 70-er Jahren“ stattfand. Auf der nachfolgenden Mitgliederversammlung wurde Rainer Hesse zum 2. Vorsitzenden gewählt, Dr. Engelbert Linnenberg rückte aus gesundheitlichen Gründen auf den Platz eines Beisitzers. Der Rest des Vorstands wurde im Amt bestätigt. Einzig an diesem Tag wurden die 30°C nur knapp erreicht.
↑ Tw 112 am Btf. Gutleut vor der Frankfurter Hochhauskulisse
↑ Tw 111, man beachte die Zielbeschilderung zu unserem Jubiläum
Am 1. August stand die Frankfurter U-Bahn auf dem Programm. Der O-Wagen 111 brachte uns zunächst im Regen vom Hauptbahnhof auf Umwegen zum Betriebshof Ost, wo wir mit dem U2- Wagen 135 eine Runde bis zur Bockenheimer Warte und zurück fuhren. Was wir gelernt haben, ist, dass Toilettenpausen an Endstellen zeitaufwendig sind, da die Örtlichkeiten auf genau einen Fahrer ausgelegt sind, und dass Fahrer die Damentoilette nicht aufschließen können. Unsere Damen nahmen es gelassen und kamen als Gast bei den Herren auch ans Ziel. Dann stiegen wir in den U3-Zug 151+153 um und befuhren alle Strecken außer der U5. Insbesondere die Überlandstrecken nach Bad Homburg und Oberursel waren bei dem jetzt sonnigen Wetter ein Genuss. Alle Fotohalte waren bestens ausgesucht. Wieder wurden zahlreiche Informationen über technische und landschaftliche Themen entlang der Strecke durchgesagt. Ein herzliches Dankeschön an Frank Nagel, Lars Lehmann und ihre ganze Mannschaft!
Der Sonntagvormittag in Mainz war gefüllt mit einer Sonderfahrt mit dem M8-Wagen 273. Die Tour führte uns nach Finthen zur Römerquelle und auf der Rückfahrt mit schön in der Sonne liegenden Fotostellen zum Zollhafen, der am Wochenende keinen Linienverkehr hatte. Die letzte Strecke ging zur Schleife der Hochschule Mainz.
↑ U2-Wagen 135 am Hessencenter
↑ U3-Zug 151+153 an der Alten Oper
Am heißen Nachmittag reiste ein Teil der Gruppe nach Wiesbaden zur Nerobergbahn, der mit Wasserballast angetriebenen Standseilbahn. Der Rest erkundete individuell die restlichen Strecken in Mainz, wobei ab Gautor Richtung Hechtsheim SEV verkehrte.
↑ Der auch noch im Linienverkehr eingesetze Tw 273 in der Schleife Römerquelle
↑ Nerobergbahn in Wiesbaden
Montag heißt Darmstadt: zunächst besuchten wir das Straßenbahnmuseum, das wegen der Nutzung des Depots in der Schleife Kranichstein für die Inbetriebnahme der TINAs in eine ehemalige Bowling-Halle ausgelagert worden ist. Die von der HEAG auf zehn Jahre angemietete Halle präsentierte die Fahrzeuge in einem guten Rahmen mit Vitrinen, Modellbahn und Café.
↑ Rolf Hafkes TramShop: eine Institution hat zum letzten Mal geöffnet
↑ TINA 109 erreicht Alsbach im Süden von Darmstadt
Anschließend wurde die nahe der Endschleife Kranichstein gelegene Bahnwelt besucht: Fahrkartendruck, Gleisbau, Uniformen und natürlich der Ringlokschuppen konnten ausgiebig unter fachkundiger Führung in drei Gruppen besichtigt werden. Danach konnte individuell das wegen Bauarbeiten eingeschränkte Darmstädter Netz befahren werden. Größtes Interesse der Teilnehmer waren die neuen TINA-Wagen von Stadler, die auch über eine Klimaanlage verfügen. Bei 37°C führt diese natürlich nicht zur Absenkung auf angenehme Temperaturen zwischen 20 und 25°C. Anschließend brachte uns unser Reisebus zum Hotel nach Mannheim.
Schon morgens empfing uns dort große Wärme und der Hängerzug 1018+1058 in der Schleife am Bahnhof direkt hinter unserem Hotel. Die Fahrt führte uns zunächst bis zur Schleife Karlsplatz, dann über die ehemalige OEG-Strecke, der heutigen Linie 15, nach Wallstadt Ost und schließlich in Ludwigshafen nach Oppau. In Friesenheim gesellte sich Tw 1122 zu uns, den unser Mitglied Diethard Cujé federführend in jahrelanger Arbeit mustergültig aufgearbeitet hat. In zwei Teilgruppen ging es mit dem Wagen zum Btf. Rheingönheim, wo unser Hängerzug beim Rangieren ohne Fahrgäste leider mit der vorderen Achse des mittleren Drehgestells des Triebwagens entgleiste. Der Betrieb gab uns den Düwag-Achtachser 2156 als Ersatz, so dass wir mit beiden Fahrzeugen zum Depot Möhlstraße fahren konnten, wo das „Depot 5“ für uns öffnete.
↑ Tw 1018+1058 in der unterirdischen Haltestelle Dalbergstraße
↑ Tw 1022 trifft auf der Betriebsstrecke in Friesenheim auf den Hängerzug
Nach dem Eintreffen der RNV-Trams von Skoda begegneten uns unterwegs nur noch wenige der früher allgegenwärtigen MGT6-Multigelenker. In beiden Betriebshöfen sahen wir Fahrzeuge dieser Serie, die „kalt abgestellt“ waren. Anschließend brachte uns der „Typ Mannheim“ 455, der nach seiner Zeit in Helsinki mustergültig wieder aufgearbeitet worden ist, zum Hauptbahnhof und zu unserem Hotel zurück. Dort startete eine Stunde später der RHB-Wagen 1020 zu unserer Jubiläumssonderfahrt mit einem sehr leckeren kalten Buffet und kühlen Getränken, eine Wohltat bei den auch heute 37°C. In Heidelberg konnten wir kurz den Betriebshof besichtigen. Zwei Fotohalte, auf den Punkt genau angefahren, seien erwähnt: am Edinger Wasserturm in der untergehenden Sonne und an der SAP-Arena zur blauen Stunde. Ein phantastischer Abend zu unserem 70-jährigen Jubiläum! Ein großer Dank geht an die IGN, die uns hervorragend betreute!
↑ Für das Bild von Tw 1020 zur blauen Stunde am Wasserturm in Edingen wurde das Buffet kurz verlassen
↑ Am nächsten Morgen fällt die Sonne von der anderen Seite auf den OEG-Zug
Der letzte Tag unserer diesjährigen Reise führte uns nach Heidelberg. Von Mannheim ging es mit dem Rastatter Dreiwagenzug 77+193+181 über die OEG-Strecke nach Edingen, wo wir die Halle mit den dort untergebrachten Museumswagen besuchten. Nach dem obligatorischen Fotohalt am Wasserturm, nun stand die Sonne gegenüber gestern auf der anderen Seite, fuhren wir nach Heidelberg und besichtigten den Betriebshof ausführlicher. Mit dem Düwag-Achtachser 204 der HSB ging die Reise weiter Richtung Eppelheim und dann nach Kirchheim. Über eine Innenstadtrunde fuhren wir zum Betriebshof zurück. Zu Fuß oder mit dem Linienbus gelangten wir zur Talstation der Bergbahnen. Seit Einführung des Kombitickets für Bahn und Schloss wird die Bahn von den Touristen gestürmt. Mit der unteren, modernisierten und Tunnel tauglichen Bahn fuhren wir zunächst zur Mittelstation Molkenkur, wo wir die Antriebstechnik ausführlich erklärt bekamen und den Betrieb der beiden Bahnen aus der Leitstelle hautnah verfolgen konnten. Mit den alten Holzwagen fuhren wir dann zum Königstuhl hoch. Auch hier konnten wir den Betriebsraum besichtigen. Mit einem weiten Blick über Heidelberg bis hin zum Taunus ging dort eine wundervolle, wenn auch sehr heiße Jubiläumstagung zu Ende.
↑ Tw 204 begegnet dem Planzug der SL 22 mit Tw 4131 an der Haltestelle Kranichweg/Stotz in Heidelberg
↑ Die obere der Heidelberger Bergbahnen wird noch mit den historischen Wagen betrieben
Der Teilnehmerkreis in Rhein-Main unterschied sich deutlich von dem in Rhein-Neckar, denn die Vorlieben sind bekannterweise verschieden. Daher seien hier zwei Gruppenbilder präsentiert:
↑ Museum Schwanheim in Frankfurt
↑ Betriebshof Käfertal
Text und Fotos: Dr. Peter Bell


















